Antosz
Hallo!
Ich bin Baró Antósz Esterházy, gerufen werde ich aber Antósz.
Davor war ich eine Nummer - 141B und dazwischen hat man mich kurz Petit genannt.
Meine Familie sagt: ich sei ein besonderer Hund, dabei finde ich mich gar nicht so besonders. ich freue mich einfach nur am Leben zu sein.
Aber von Anfang an.
Wo ich geboren wurde, weiß ich nicht mehr, aber irgendwo in Ungarn.
Mein Leben war von Anfang an nicht leicht, denn ich wurde mit einer Behinderung an den Vorderpfoten (Radius Curvus) geboren.
Vielleicht hatte ich auch deshalb nie ein richtiges Zuhause?!
Das Schicksal hat mir auch noch übel zugesetzt, indem ich mein linkes Augenlicht verloren habe - heute komme ich aber sehr gut damit zurecht - ich merke es nicht mal mehr.
Irgendwann saß ich in Illatosut.
Hier roch es nach Angst, Hunger und Tot.
Schon bald merkte ich, dass es nichts Gutes bedeutete wenn ein Hund aus dem Zwinger kam - diese Hunde kamen nie wieder.
Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass mich „mein" Mensch holen würde - ich ein Zuhause bekomme, Futter und ganz viel Liebe.
Immer wieder kamen Menschen, nur gingen sie immer an mir vorbei.
Weil ich so klein bin?
Oder belle ich nicht laut genug?
Schrecken meine verkrümmten Vorderpfoten die Menschen ab?
Mitte Juni kamen 4 Frauen aus Österreich nach Illatosut.
Diese Frauen gingen durch die Zwinger und suchten Hunde aus, um sie mit nach Österreich zu nehmen.
Immer wieder kam eine dunkelhaarige Frau (Kathi) zu mir und streichelte mich durch die Gitterstäbe.
Irgendwie spürte ich, dass das „mein" Mensch sein sollte - nur gab es ein großes Problem.
Ich war noch nicht freigegeben!!!!
Ich bekam mit, dass Kathi mit Gabriella aufgeregt sprach ob es denn keine Möglichkeit gäbe mich doch schon heute mitzunehmen - alles bitten und betteln half leider nicht, obwohl klar war, ich bin sicher schwer zu vermitteln bzw. würde wahrscheinlich schnell auf der Todesliste landen.
Irgendein Mann sagte einfach „nein".
Kathi war sehr traurig und saß vor meinem Zwinger, streichelte mich, weinte und sagte zu mir: „Kleiner Bub, ich verspreche Dich hier rauszuholen und dann kommst Du zu mir".
Der Abschiedsschmerz war groß - von beiden Seiten - aber sie musste zurück nach Österreich.
8 anderen Hunden haben sie an diesem Tag die Freiheit geschenkt.
Dann war ich wieder alleine.
Bis am 23. Juni Gabriella wieder nach Illatosut kam um mich mitzunehmen.
Leider war ihre Quarantänestation total voll, also kam ich in eine Hundepension.
Aber dort war es viel besser als in Illatosut.
Ich bekam zu fressen, mit mir wurde gespielt und Streicheleinheiten gab es auch.
Die Zeit war trotzdem einsam, denn noch immer saß ich in einem Zwinger und „meinen" Menschen hatte ich auch noch nicht.
Am 3. Juli hörte ich auf einmal eine Stimme, Kathis Stimme.
Vor lauter Freude, bin ich ihr gleich in die Arme gesprungen und habe sie von oben bis unten ab geschmust.
Nach einer längeren Autofahrt ging es endlich nach Hause.
Sie hat mir damals versprochen mich zu holen und das hat sich auch gehalten.
Leider ging es nicht früher, da sie 1 Woche in Griechenland auf Urlaub war - wo sie aber jeden Tag an mich gedacht hat und gehofft hat, dass mit meiner Befreiung aus Illatosut alles klappt.
Dank Gabriella, die ihr versprochen hatte, mich rauszuholen, hat alles wunderbar funktioniert - und wir sind ihr beide extrem dankbar. Ohne Gabriella wäre ich wohl heute nicht bei meiner Familie.
Heute lebe ich mit zwei Hündinnen, meinem Frauchen und ihrem Sohn zusammen.
Genieße jeden Tag ausgiebige Spaziergänge und viele viele Schmuseeinheiten.
Die ersten Tage waren für alle Beteiligten etwas schwierig, da ich erst alles kennenlernen musste - aber innerhalb kürzester Zeit bin ich ein mutiger kleiner Terrierbub .
Ich habe hier auch schon andere Hunde aus Illatosut kennengelernt, die alle ihr neues Leben sehr genießen und mit denen ich auch oft spiele.
Auch wenn ich „nur" ein Hund bin, im Namen aller Illatosut-Hunde: DANKE dass es Menschen gibt wie Gabriella und Co, die Hunde aus einer Tötung holen um ihnen eine zweite Chance zu geben.
Der Schritt von dem einen Leben zu dem anderen ist so ein kleiner Schritt un dhat so große Wirkung.

