Wichtig
Sauberer Tierschutz- nicht mehr wichtig?
Hilferufe in den Verteilern gibt es zur Genüge und gerade deshalb sollten Hilferufe für Hunde in den Tötungsstationen mit der vor Ort ansässigen Tierschutzorga gut abgesprochen sein.
Die meisten im Ausland engagierten Tierschutzvereine arbeiten sauber, die Hunde werden aus der Tötung geholt, tierärztlich gecheckt und dann in Pflege-und Endstellen oder an den deutschen Tierschutz abgegeben. Vor jedem solchen Verein ziehen wir den Hut. In Ausnahmefällen werden auch Hunde direkt aus der Tötung an deutsche Tierheime abgegeben, das Tierheim weiß dann aber ganz genau auf was es sich einlässt.
Um dies möglich zu machen, brauchen wir engagierte, ausländische Kollegen, die Tag und Nacht rennen. Wir möchten uns nicht vorstellen, was sie in den Tötungen erleben, wir möchten nicht tauschen.
In Ungarn haben wir eine solche Frau kennen gelernt, Gabriella, die sich um Hunde aus der Tötung Illatos in Budapest kümmert. Nachdem die Hundefreunde Illatosut aus finanziellen Gründen aufhören mußten, hat sie alleine weitergemacht. Besonders bemerkenswert ist bei ihr, dass sie die rausholt, die keiner rausholt, die Alten, die Scheuen, die großen Schwarzen.
Aber man erleichtert ihr das Leben nicht, im Gegenteil. Was wir in den letzten Wochen lesen mussten, hat uns mehr als geschockt. Nachdem die Urlaubsvertretung des Leiters der Tötung einfach reservierte Hunde eingeschläfert hat, wurde tatsächlich ihr die Schuld in die Schuhe geschoben. Man hat es ich leicht gemacht und anstatt gemeinsam zu trauern, hat man sie alleine im Regen stehen lassen.
Auch jetzt erhält sie wenig Unterstützung und ewigen Druck. Gabriella ist ein Mensch, der den Tierschutz ernst nimmt und dazu gehören eben auch Dinge, die manchen nicht in den Kopf wollen.
Es ist katastrophal Hunde direkt aus dem Illatos in Pflege-oder Endstellen zu setzen. Pflegestellen müssen sowieso abgesichert sein über einen Verein oder ähnliches, Gabriella kann sich keine deutschen Pflegestellen leisten und will das auch nicht. Denn die Hunde aus dem Illatos sind meist voll mit Giardien, so mancher ist nicht verträglich, die Welpen im Illatos sterben oft an Parvo. Die Hunde müssen erst in die Hundepension, damit man sie tierärztlich versorgen, entwurmen und charakterlich einschätzen kann.
Macht sie es trotzdem aufgrund des Drucks kommen immer mal wieder die netten Mails, dass der Hund sofort weg muss, er ist ja so gar nicht wie man ihn sich vorgestellt hat, ja aber wohin denn? Wo sind die, die den Hund dahin gesetzt haben? Da schreibt doch letztens wirklich jemand, ob Gabriella finanziell helfen kann, einen Einzelzwinger zu bauen, weil der Hund nicht verträglich ist, das kostet 4.000 Euro. Wir wissen nicht ob wir lachen oder heulen sollen. Das es sich hierbei noch um eine Hundepension und Hundeschule handelt, erwähnen wir nur nebenbei.
Was ist nun zu tun?
Soll Gabriella dann die Hunde zurück nach Ungarn holen, innerhalb von 24 Stunden? Naja das Ende vom Lied ist, Gabriella hat die A......karte gezogen, holt sie die Hunde direkt und gibt sie in Pflegestellen einer Orga und es passiert was ist sie schuld. Kann sie die Hunde nicht aus dem Illatos retten, weil kein Platz in der Pension frei ist, ist sie schuld am Tod. Wie praktisch.
Aus diesem Kreislauf wird Gabriella mit Hilfe einiger weniger etwas verstreut wohnender Helfer jetzt ausbrechen. Zumal wir Angst haben, sie fällt uns um. Einen Unfall hatte sie schon auf der vorletzten Rückfahrt, das war ihr und uns eine Lehre. Sauberer Tierschutz ist wichtig, schwarze Schafe kennen wir zur Genüge. Hunde direkt aus dem Illatos können höchstens in die Quarantänestation eines Tierheims gehen, niemals auf Pflege-oder Endstellen.
Und wenn wirklich Hunde im Illatos sterben, sind wir die Ersten, die heulend vorm PC sitzen, aber wir wissen, dass Gabriella alles versucht, das zu verhindern. Aber nicht in dem sie kranke Tiere, unkastrierte Hündinnen, Parvowelpen und total verwurmte Tiere direkt in Familien gibt, weil gerade auch Giardien ansteckend für Menschen sind. Was wenn kleine Kinder in der Familie leben?
Wir stellen uns das lieber nicht vor.
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Wir trauern um Shamiran, verstorben am 23.04.2011.
Wir haben eine Kämpferin verloren, die ihr letztes Hemd für ein in Not befindliches Tier gegeben hätte.
Du wirst uns unvergessen bleiben, in unserem Herzen hast Du für immer einen Platz.
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Zum Gedenken und zu Ehren von Shamiran haben wir eine Hündin nach ihr benannt.
Schami hat ein tolles Zuhause gefunden.
Schami
Und auch das BKM-Schulprojekt hat der kleinen Shamiran geholfen.
Berufskraftfahrerabschlussklassen
Die kleine Shamiran soll leben... Juni 2011
Das BKM-Schulprojekt hilft bei ihrer Rettung.
„Wer einmal vom Illatos hörte und Bilder der Insassen sah, der wird all dieses nie wieder vergessen können...“
Genauso geht es uns auch. Gemeinsam mit ungarischen Schülern engagieren wir uns in einem Netzwerk für die Tiere in Orosháza , aber unser Blick umfasst ganz Ungarn.
Auch wir hoffen auf ein Ungarn ohne Tötungen, setzen auf Kastrationen und die Zusammenarbeit mit ungarischen Tierschützern, die langfristig eine Verbesserung der Situation der Tiere vor Ort anstreben.
Auf unserer Homepage dürfen wir Gabriellas Arbeit im Illatos vorstellen, etwas, das selbst unsere „coolen Jungs“ zutiefst berührt.
Viele Fragen habe ich schon zu den Berichten und Bildern über den Illatos beantwortet, und immer wieder sagen mir die Schüler, sie hätten schlucken müssen...
Unser Engagement ist nicht nur Theorie und endlich bietet sich uns die Möglichkeit, auch im Illatos zu helfen, wir sammeln für die kleine Hündin.
Wir freuen uns, dass die kleine Shamiran, nach ihrer harten Zeit im Illatos die Chance auf ein neues, gutes Leben erhält. Sie muss stark sein, denn sie lebt.
Wir sind stolz und empfinden es als eine Ehre, dass wir die Hündin unterstützen dürfen, die nach unserer Tierschutzfreundin Shamiran benannt wird.
Wir wünschen uns, dass Shamiran den Illatos schnell vergessen kann und dass sie eine liebevolle Familie findet, die sie behutsam in ihr neues Leben begleitet, so dass sie alle Angst und Pein für immer hinter sich lassen kann.
Wir aber werden keine von beiden jemals vergessen...
Elke Niegl und die Schülerinnen und Schüler des BKM-Schulprojektes